Place BANNIO ANZINO (VB)
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Kirche Annunciazione

Bannio galt viele Jahrhunderte lang als kleine Hauptstadt des Anzasca-Tal.
Dies lag geschichtlich gesehen mit Sicherheit an der beneidenswerten Lage, wo der Ort entstanden ist. Sicher vor den Fluten des Flusses Anza, der sehr viel weiter unten fließt und des Olocchia, der eine dicke fruchtbaren Schicht aus Gletscherflussablagerungen auf einem Felsvorsprung gebildet hat, der von den ersten Bewohnern gewählt worden war. Bannio konnte außerdem nicht nur das Anzasca-Tal kontrollieren, sondern auch die Pässe zum Sesia-Tal, daher wurde der Ort auch häufig von Kaufleuten besucht und war wahrscheinlich auch militärisch ausgerüstet. Um die Kirche San Bartolomeo von Bannio vereinten sich alle Gemeinden des Anzasca-Tals, von Macugnaga bis Calasca; Bannio war also das religiöse Zentrum des Tals, das bis zur Bildung der neuen Kirchgemeinden von mehreren Priestern verwaltet wurde.
Im 15. Jh. war im Anzasca-Tal mit dem Bau neuer Kirchen und vor allem mit der Einrichtung von Glaubensbruderschaften eine gewisse organisatorische und religiöse Belebung zu verspüren.
Diese Glaubensbruderschaften vereinten in der Regel auserwählte Gläubige, die nicht nur beispielhafte Kirchgänger waren und als gutes Beispiel den anderen vorangingen, sondern auch fast immer gelehrter und von höherem Stand waren.
Im Anzasca-Tal richtete sich in der Kirchgemeinde von Bannio gegen Ende des 15. Jh. die Glaubensbruderschaft Santa Marta ein. Sie hat ihren Bezugspunkt in der Pfarrkirche und war damals ziemlich klein. Anschließend, wie aus einer Urkunde vom 14. Mai 1553 hervorgeht, erhält die Glaubensbruderschaft die Erlaubnis ein eigenes Oratorium neben der Kirche zu errichten, um hier die zahlreichen Glaubensbrüder versammeln zu können und ohne die Gottesdienste zu stören.
Es ist zu bedenken, dass diese Glaubensbruderschaften oder Kompanien oder Schulen auch "Disciplinati" genannt wurden und die Pflicht hatten, sich selbst zu bestimmten Gelegenheiten die "Disziplin" durch Selbstgeißelung aufzuzwingen, was jeder tat, indem er sich den nackten Rücken auspeitschte. Sie trugen daher eine Hanfkutte mit einem Schlitz auf dem Rücken und eine Kapuzenmaske bei den öffentlichen Prozessionen, an denen sie in der Regel als Dekor des Gottesdienstes teilnahmen.
Die durch die jährliche Wahl der Priore, Unterpriore, Meister und Novizen usw. organisierten Glaubensbrüder stellten unzweifelhaft eine geistliche Bereicherung und einen wichtigen Teil der Kirchgemeinde dar; die Teilnahme an der Bruderschaft hatte gesellschaftliche Vorteile.
Die Glaubensbruderschaft und die Kirche Annunciazione
Mitte des 16. Jh. entsteht in Bannio die Idee, eine neue Glaubensbruderschaft unter dem Titel der Annunziata zu gründen, dies erfolgte am 16. Mai 1565, als bei der ersten Versammlung die Regeln und Statute der Bruderschaft festgelegt wurden.
Im Frühling 1566 begannen die Arbeiten zum Bau des Oratoriums, das wenige Schritte von der Kirche entfernt, dort wo auch das heutige steht, errichtet wurde.
In den Berichten der Visitation von 1582 wurde das erste Oratorium wie folgt beschrieben: “Länge 9 m, Breite 4 m, Höhe 3,5 m. Die Abmessungen waren sehr klein im Vergleich zum heutigen Gebäude und der Raum reichte gerade eben aus für 80 Glaubensbrüder.
Mit dem Anwachsen der Anzahl der Glaubensbrüder wurde das Oratorium zu klein, daher wandte man sich 1590 an den Generalvikar, um die Genehmigung zu einer Erweiterung zu erhalten.
Leider haben die Glaubensbrüder der Annunziata bei der Erweiterungsarbeiten die Originalurkunde zur Einrichtung der Glaubensbruderschaft selbst verloren. Vom Bischof dazu aufgerufen, sich eine neue Urkunde zu beschaffen, nutzten sie die Gelegenheit zu ihrem Vorteil und vereinten sich mit einer wichtigeren Bruderschaft.
Die Gelegenheit dazu bot sich als die in Rom stationierte Kolonie der Brüder aus Bannio den Glaubensbrüdern vorschlug sich mit der Erzbruderschaft Confalcone in Rom zu vereinen, welche die wichtigste und älteste Bruderschaft mit großen Privilegien war.
Nach dieser Vereinigung im Jahr 1675 fügte die Glaubensbruderschaft der Annunziata aus Bannio ihrem Namen den Titel Confalcone hinzu.
So erscheint ab diesem Moment im Oratorium das Symbol der römischen Erzbruderschaft Confalcone: eine zweifarbiges weiß-rotes Kreuz auf blauem Grund.
1731 wurde das Oratorium auch mit einem Turm mit drei Glocken ausgestattet.
In den ersten Jahren des 18. Jh. wurde das Gebäude vollkommen umgebaut und nahm die heutige Gestalt an, wie das auf der Fassade angegeben Datum 1715 beweist. Der Innenraum wurde vom Maler Gerolamo Ferroni aus Bannio verziert, der seine Fresken zwischen 1715 und 1736 schuf.
Die beiden Glaubensbruderschaften der Annunziata und Santa Marta hatten keine friedlichen Beziehungen, denn oft traten Konflikte über das Vorrecht bei den Gottesdiensten und den Prozessionen auf; am 16. Juni 1759 hob der Bischof beide Bruderschaften auf und vereinte sie in der des Heiligen Sakraments.
Die Oratorien der Annunziata und der Santa Marta wurden beibehalten und sind weiter Eigentum der Kirchgemeinde Bannio.
Im Innenraum befinden sich der der Verkündigung gewidmete Altar, in der Seitenkapelle der einen Seite wird der hl. Johannes Nepomuk (Schutzpatron der alten Familie Testone aus Bannio) verehrt, die der anderen Seite ist San Bonaventura, dem Cottolengo und Don Bosco gewidmet.

GEÖFFNET ZU DEN GOTTESDIENSTEN:
NACHMITTAG DES DREIKÖNIGSTAGS (HEILIGE DARSTELLUNG)
- FEST DER VERKÜNDIGUNG
- PALMSONNTAG
- ALLERSEELEN-OKTAVE
- SANKT LUCIA

Info: WIKIPEDIA

Typology
Chiesa
Topic
Berge